Eine bevorstehende Futterumstellung sorgt immer wieder für Verunsicherung bei Haltern. Ob ein neues Alleinfuttermittel ausprobiert werden soll, ein Wechsel von Trocken- auf Nassfutter geplant ist oder aus gesundheitlichen Gründen eine andere Ernährung notwendig wird, der Verdauungstrakt des Hundes benötigt Zeit, um sich an eine neue Zusammensetzung anzupassen. Eine zu schnelle Umstellung kann vorübergehend zu weichem Kot, Durchfall, Blähungen oder einer verminderten Futterakzeptanz führen. Eine schrittweise Anpassung unterstützt dagegen die Anpassung des Verdauungssystems und der Darmmikrobiota und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das neue Futter gut vertragen wird.
Warum eine langsame Futterumstellung sinnvoll ist
Der Verdauungstrakt eines Hundes passt sich kontinuierlich an die Zusammensetzung des Futters an. Unterschiedliche Gehalte an Protein, Fett, Ballaststoffen oder Stärke beeinflussen die Aktivität der Verdauungsenzyme ebenso wie die Zusammensetzung der Darmflora. Besonders Ballaststoffe und fermentierbare Kohlenhydrate verändern die bakterielle Besiedlung des Dickdarms, was grundsätzlich erwünscht sein kann, jedoch Zeit benötigt. Wird das bisherige Futter abrupt vollständig ersetzt, kann die Darmflora vorübergehend aus dem Gleichgewicht geraten. Die Folge können Blähungen, weicher Kot oder Durchfall sein. Diese Veränderungen bedeuten nicht zwangsläufig, dass das neue Futter ungeeignet ist. Häufig handelt es sich lediglich um eine vorübergehende Anpassungsreaktion des Verdauungssystems. Auch die Akzeptanz spielt eine Rolle. Hunde orientieren sich neben dem Geschmack vor allem am Geruch und an der Konsistenz ihres Futters. Ein schrittweiser Wechsel erleichtert vielen Hunden die Umstellung auf neue Zutaten oder eine andere Futterstruktur.
So funktioniert die Futterumstellung
Für einen gesunden erwachsenen Hund empfiehlt sich in den meisten Fällen eine Umstellung über etwa sieben bis zehn Tage. Dabei wird der Anteil des bisherigen Futters täglich etwas reduziert und gleichzeitig der Anteil des neuen Futters erhöht. In den ersten beiden Tagen besteht die Mahlzeit überwiegend aus dem bisherigen Futter und zu etwa einem Viertel aus dem neuen Futter. Anschließend wird das Verhältnis schrittweise angepasst, bis nach ungefähr einer Woche ausschließlich das neue Futter gefüttert wird. Bei empfindlichen Hunden oder nach länger bestehenden Verdauungsproblemen kann die Umstellung auch zwei bis drei Wochen dauern. Während dieser Zeit sollten möglichst keine weiteren Veränderungen vorgenommen werden. Neue Kauartikel, Leckerchen oder Nahrungsergänzungen erschweren die Beurteilung, ob der Hund das neue Futter tatsächlich gut verträgt.
Wann eine sofortige Umstellung notwendig sein kann
Nicht immer kann die Futterumstellung langsam erfolgen. Wird beispielsweise aufgrund einer nachgewiesenen Futtermittelallergie oder einer tierärztlich diagnostizierten Unverträglichkeit eine Eliminationsdiät begonnen, wird häufig unmittelbar auf das neue Diätfutter gewechselt. Nur so lässt sich sicher beurteilen, ob die bisher gefütterten Bestandteile die Beschwerden verursacht haben. Die Vorgehensweise richtet sich in solchen Fällen nach der tierärztlichen Diagnose und Therapie. Auch bei manchen medizinischen Spezialdiäten entscheidet der behandelnde Tierarzt, ob eine sofortige oder schrittweise Umstellung sinnvoller ist.
Verschiedene Futterarten richtig umstellen
Ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Futtersorten gelingt meist problemlos, wenn die Umstellung langsam erfolgt. Das gilt sowohl für den Wechsel zwischen verschiedenen Herstellern als auch zwischen unterschiedlichen Proteinquellen.
Beim Wechsel von Trocken- auf Nassfutter verändert sich gleichzeitig der Wassergehalt der Nahrung deutlich. Nassfutter enthält etwa 70 bis 80 Prozent Wasser, während Trockenfutter meist nur rund 8 bis 10 Prozent Feuchtigkeit aufweist. Dadurch nimmt das Kotvolumen häufig zu und die Kotkonsistenz kann sich vorübergehend verändern, ohne dass dies krankhaft sein muss. Auch beim Wechsel auf selbst zubereitete Rationen oder BARF sollte die Umstellung schrittweise erfolgen.
Worauf während der Futterumstellung geachtet werden sollte
Während der Umstellung lohnt sich eine tägliche Beobachtung des Hundes. Besonders wichtig sind Kotbeschaffenheit, Kotabsatz, Appetit, Trinkverhalten und das allgemeine Wohlbefinden. Ein leicht weicher Kot an einzelnen Tagen kann während der Anpassung auftreten und normal sein. Hält Durchfall jedoch länger als ein bis zwei Tage an, kommt Erbrechen dazu oder verschlechtert sich der Allgemeinzustand, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Auch das Körpergewicht sollte bei längeren Futterumstellungen regelmäßig kontrolliert werden. Unterschiedliche Futtermittel besitzen unterschiedliche Energiedichten. Deshalb kann die gleiche Grammzahl zweier Futtersorten deutlich unterschiedliche Energiemengen liefern. Eine Anpassung der Futtermenge ist häufig notwendig, um das Idealgewicht zu erhalten. Der Energiebedarf richtet sich unter anderem nach Körpergewicht, Aktivität, Alter und Haltungsbedingungen des einzelnen Hundes.
Häufige Fehler bei der Futterumstellung
Viele Verdauungsprobleme entstehen nicht durch das neue Futter selbst, sondern durch Fehler während der Umstellung. Ein häufiger Fehler besteht darin, das bisherige Futter von einem Tag auf den anderen vollständig zu ersetzen. Ebenso ungünstig ist es, während der Umstellung ständig neue Futtersorten auszuprobieren. Dadurch erhält der Verdauungstrakt keine Gelegenheit, sich an eine neue Zusammensetzung gewöhnen.
Nicht zuletzt wird häufig die empfohlene Futtermenge des alten Futters unverändert übernommen, obwohl sich dessen Energiegehalt deutlich vom neuen unterscheiden kann. Dadurch drohen eine ungewollte Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme.
Geduld zahlt sich aus
Eine behutsame Futterumstellung ist wichtig, um den Verdauungstrakt des Hundes zu entlasten und die Akzeptanz des neuen Futters zu verbessern. Die meisten gesunden Hunde profitieren von einem langsamen Übergang über etwa eine Woche. Bei empfindlichen Tieren darf dieser Zeitraum durchaus länger gewählt werden. Entscheidend ist, den Hund während der Umstellung aufmerksam zu beobachten und ihm ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. So lässt sich der Wechsel auf ein neues Futter in den meisten Fällen problemlos und ohne unnötige Verdauungsbeschwerden durchführen.
