Naturjoghurt auf der Schleckmatte*, ein Löffel Magerquark im Futternapf oder etwas Hüttenkäse als kleine Belohnung, Milchprodukte gehören bei vielen Hundehaltern zum Alltag. Sie lassen sich vielseitig einsetzen, werden von den meisten Hunden gerne gefressen und liefern hochwertiges Eiweiß sowie verschiedene Mineralstoffe wie zum Beispiel Calcium. Gleichzeitig unterscheiden sich Milchprodukte deutlich in ihrem Gehalt an Laktose, Fett und Protein. Deshalb eignen sich manche Produkte besser für Hunde als andere.
Ob ein Hund Milchprodukte gut verträgt, hängt vor allem von seiner Fähigkeit ab, Milchzucker (Laktose) zu verdauen. Welpen produzieren in den ersten Lebenswochen große Mengen des Enzyms Laktase, das den Milchzucker der Muttermilch spaltet. Nach dem Absetzen nimmt die Aktivität dieses Enzyms ab. Dadurch können viele erwachsene Hunde größere Mengen Laktose nicht mehr vollständig verdauen. Unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien vergoren wird und Wasser bindet. Die Folge können Blähungen, weicher Kot oder Durchfall sein. Wie ausgeprägt diese Reaktion ausfällt, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Viele Hunde vertragen kleine Mengen laktosearmer Milchprodukte problemlos, während andere empfindlicher reagieren.
Naturjoghurt ist eine gute Wahl
Naturjoghurt ohne Zucker, Aromen oder Süßstoffe gehört zu den am besten geeigneten Milchprodukten für Hunde. Während der Herstellung wird ein Teil der enthaltenen Laktose durch Milchsäurebakterien abgebaut. Dadurch enthält Naturjoghurt weniger Milchzucker als frische Kuhmilch und wird von vielen Hunden besser vertragen. Zusätzlich liefert Naturjoghurt hochwertiges Eiweiß und Calcium. Für Schleckmatten eignet sich Naturjoghurt hervorragend. Er lässt sich gut mit etwas Nassfutter, püriertem Gemüse oder kleinen Mengen geeigneter Obstsorten kombinieren und kann eingefroren werden, sodass der Hund länger beschäftigt ist.
Griechischer Joghurt enthält mehr Protein
Auch griechischer Joghurt kann für Hunde eine gute Wahl sein. Durch das stärkere Abtropfen während der Herstellung enthält er weniger Wasser und meist etwas weniger Laktose als herkömmlicher Naturjoghurt. Gleichzeitig steigt der Proteingehalt. Zu beachten ist jedoch der Fettgehalt. Die klassische Variante enthält häufig rund zehn Prozent Fett und liefert dadurch deutlich mehr Energie als Naturjoghurt. Für gesunde, aktive Hunde ist das meist unproblematisch. Bei übergewichtigen Hunden oder Tieren, die fettarme Nahrung benötigen, ist fettarmer Naturjoghurt meist die bessere Wahl. Einen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass griechischer Joghurt grundsätzlich gesünder für Hunde ist als Naturjoghurt, gibt es derzeit nicht.
Magerquark liefert hochwertiges Eiweiß
Magerquark gehört zu den eiweißreichsten Milchprodukten und enthält gleichzeitig nur wenig Fett. Sein Laktosegehalt liegt unter dem von frischer Milch, ist jedoch meist etwas höher als bei Naturjoghurt. Durch seinen hohen Proteingehalt eignet sich Magerquark gut als gelegentliche Ergänzung des Futters oder als Zutat für Schleckmatten. Auch in der Welpenernährung wird Magerquark als Bestandteil selbst zubereiteter Beifütterung verwendet, da er hochwertiges Milcheiweiß liefert. Seine feste Konsistenz macht ihn außerdem ideal zum Einfrieren auf Schleckmatten* oder in Futterspielzeugen.

Hüttenkäse ist leicht verdaulich
Hüttenkäse beziehungsweise körniger Frischkäse enthält hochwertiges Protein bei vergleichsweise geringem Fettgehalt. Gleichzeitig ist sein Laktosegehalt niedriger als der von Milch, sodass viele Hunde ihn gut vertragen. Er eignet sich sowohl als kleine Belohnung als auch als Ergänzung einer Schleckmatte oder zum Untermischen unter das Futter. Gerade bei mäkeligen Hunden kann eine kleine Menge Hüttenkäse die Akzeptanz einer Mahlzeit verbessern.
Frischkäse natur eignet sich in kleinen Mengen
Naturbelassener Frischkäse ohne Kräuter, Gewürze oder andere Zusätze kann gelegentlich an Hunde verfüttert werden. Er enthält hochwertiges Milcheiweiß, Calcium und im Vergleich zu Milch meist weniger Laktose. Dadurch wird er von vielen Hunden gut vertragen. Seine cremige Konsistenz macht Frischkäse besonders praktisch für Schleckmatten, Futterspielzeuge oder zum Verstecken von Tabletten. Viele Hunde nehmen Medikamente auf diese Weise deutlich leichter an. Im Vergleich zu Naturjoghurt, Magerquark oder Hüttenkäse enthält klassischer Frischkäse – insbesondere Doppelrahm-Frischkäse – jedoch deutlich mehr Fett und damit auch mehr Energie. Deshalb sollte er nur sparsam eingesetzt werden. Für übergewichtige Hunde oder Tiere mit einer Neigung zu Bauchspeicheldrüsenerkrankungen sind fettärmere Milchprodukte die bessere Wahl.
Verwendet werden sollte ausschließlich Frischkäse natur. Varianten mit Kräutern, Knoblauch, Zwiebeln, Pfeffer oder anderen Gewürzen sind für Hunde ungeeignet.
Kefir kann eine sinnvolle Alternative sein
Kefir ist ein fermentiertes Milchprodukt, dessen Laktosegehalt durch den Gärungsprozess reduziert wird. Außerdem enthält er verschiedene Milchsäurebakterien und Hefen. Viele Hunde vertragen ungesüßten Kefir gut. Wissenschaftliche Untersuchungen speziell zur regelmäßigen Fütterung von Kefir beim Hund sind allerdings bislang begrenzt. Deshalb lassen sich derzeit keine gesicherten Aussagen über zusätzliche gesundheitliche Vorteile treffen. Als gelegentliche Ergänzung spricht bei guter Verträglichkeit jedoch nichts gegen kleine Mengen.
Welche Vorteile hat Ziegenmilch?
Ziegenmilch wird häufig besonders gut vertragen. Tatsächlich unterscheidet sie sich in einigen Punkten von Kuhmilch. Ihre Fettkügelchen sind durchschnittlich kleiner und die Zusammensetzung der Milchproteine weicht leicht von der Kuhmilch ab. Manche Hunde vertragen Ziegenmilch deshalb subjektiv besser. Ein häufiger Irrtum besteht jedoch darin, Ziegenmilch für laktosefrei zu halten. Das ist nicht der Fall. Sie enthält ebenfalls relevante Mengen Laktose und kann bei laktoseempfindlichen Hunden dieselben Verdauungsbeschwerden verursachen wie Kuhmilch.
Für gesunde Hunde kann pasteurisierte Ziegenmilch gelegentlich als kleine Ergänzung angeboten werden. Ein wenig Ziegenmilch im Wassernapf kann trinkfaule Hunde zum Trinken animieren. Aber Achtung: Hygiene im Wassernapf ist wichtig. Der Napf muss täglich gereinigt werden!
Käse eignet sich als gelegentliches Leckerli
Hartkäse wie Emmentaler, Gouda oder Parmesan enthält aufgrund des Reifeprozesses nur noch sehr wenig Laktose. Deshalb wird er von vielen Hunden gut vertragen. Durch seinen intensiven Geschmack reicht meist schon eine kleine Menge als hochwertige Belohnung beim Training. Gleichzeitig enthalten viele Hartkäsesorten relativ viel Fett und Salz. Deshalb sollten sie nur gelegentlich und in kleinen Mengen verfüttert werden.
Welche Mengen sind sinnvoll?
Milchprodukte eignen sich als Ergänzung oder Belohnung und sollten nur einen kleinen Teil der täglichen Energieaufnahme ausmachen. Als grobe Orientierung reichen bei kleinen Hunden ein bis zwei Teelöffel, bei mittelgroßen Hunden ein bis zwei Esslöffel und bei großen Hunden bis zu drei Esslöffel eines geeigneten Milchprodukts aus. Für Schleckmatten genügt meist bereits eine dünne Schicht Naturjoghurt, Magerquark oder Frischkäse. Wird die Schleckmatte zusätzlich mit Leckerchen, Obst oder Nassfutter ergänzt, sollte dies bei der täglichen Futtermenge berücksichtigt werden. Neue Milchprodukte sollten grundsätzlich zunächst in kleinen Mengen angeboten werden. So lässt sich leicht erkennen, ob der Hund sie gut verträgt.
Diese Milchprodukte solltest du meiden
Nicht jedes Milchprodukt eignet sich für Hunde. Fruchtjoghurts, Milchdesserts, Puddings oder gesüßte Milchprodukte enthalten häufig Zucker oder Süßstoffe. Besonders gefährlich sind Produkte mit Xylit (Birkenzucker). Bereits kleine Mengen können beim Hund schwere Unterzuckerungen und akutes Leberversagen verursachen. Auch stark fetthaltige Produkte wie Sahne, Crème fraîche oder Mascarpone sind für die regelmäßige Fütterung ungeeignet. Sie liefern sehr viel Energie und können empfindlichen Hunden Verdauungsprobleme bereiten. Hunde mit einer Neigung zu Bauchspeicheldrüsenerkrankungen sollten grundsätzlich keine fettreichen Milchprodukte erhalten. Rohe, nicht pasteurisierte Milch kann Krankheitserreger wie Salmonella spp., Campylobacter spp. oder Shiga-Toxin-bildende Escherichia coli enthalten. Aus hygienischer Sicht sind pasteurisierte Milchprodukte deshalb die sicherere Wahl.
Fazit
Milchprodukte können den Speiseplan vieler Hunde sinnvoll ergänzen und eignen sich hervorragend für Schleckmatten, Futterspielzeuge oder als kleine Belohnung. Besonders empfehlenswert sind Naturjoghurt, Magerquark, Hüttenkäse sowie in kleinen Mengen naturbelassener Frischkäse, ungesüßter Kefir oder laktosearme Hartkäsesorten. Auch griechischer Joghurt kann verwendet werden, enthält jedoch häufig deutlich mehr Fett und Energie als herkömmlicher Naturjoghurt.
Wichtig ist, ausschließlich ungesüßte Milchprodukte ohne Zusätze zu verwenden und neue Lebensmittel zunächst in kleinen Mengen auszuprobieren. So lässt sich schnell erkennen, wie gut der individuelle Hund sie verträgt und welches Milchprodukt sich am besten für Schleckmatten, kleine Belohnungen oder als Ergänzung der täglichen Fütterung eignet.
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