Zimmerpflanzen schaffen eine angenehme Wohnatmosphäre und gehören für viele Menschen selbstverständlich zur Einrichtung. Was viele Hundehalter jedoch nicht wissen: Zahlreiche beliebte Zimmerpflanzen enthalten natürliche Giftstoffe, die bei Hunden gesundheitliche Probleme verursachen können. Je nach Pflanzenart reichen die Folgen von leichten Schleimhautreizungen über Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu schweren Leber- oder Herzschäden.
Besonders gefährdet sind Welpen und junge Hunde, die ihre Umgebung mit dem Maul erkunden. Aber auch erwachsene Hunde knabbern aus Neugier, Langeweile oder Stress gelegentlich an Blättern oder Stängeln. Da sich die Giftigkeit vieler Pflanzen äußerlich nicht erkennen lässt, empfiehlt es sich, bekannte Risikopflanzen gar nicht erst in Haushalten mit Hunden aufzustellen. Die folgenden Zimmerpflanzen gelten nach aktuellem veterinärmedizinischem Kenntnisstand als problematisch und sollten möglichst außerhalb der Reichweite von Hunden bleiben – oder idealerweise ganz aus der Wohnung verschwinden.
Diese Zimmerpflanzen sind für Hunde giftig
Dieffenbachie (Dieffenbachia spp.)
Die Dieffenbachie gehört weltweit zu den häufigsten Ursachen von Pflanzenvergiftungen bei Haustieren. Sie enthält unlösliche Calciumoxalatkristalle (Raphiden), die beim Zerbeißen der Pflanze wie winzige Nadeln in die Schleimhäute eindringen. Gleichzeitig werden entzündungsfördernde Pflanzenproteine freigesetzt.
Bereits kleine Mengen können starkes Speicheln, heftige Schmerzen im Maul, Schwellungen von Zunge und Rachen, Schluckbeschwerden sowie Erbrechen verursachen. In seltenen Fällen können ausgeprägte Schwellungen die Atmung erschweren.
Einblatt (Spathiphyllum spp.)
Das Einblatt zählt ebenfalls zu den Aronstabgewächsen und enthält dieselben unlöslichen Calciumoxalatkristalle wie die Dieffenbachie. Hunde reagieren häufig unmittelbar nach dem Anknabbern mit starkem Speichelfluss, Schmerzen im Maul, Würgen und Erbrechen. Die Beschwerden entstehen vor allem durch die mechanische Reizung der Schleimhäute.
Philodendron (Philodendron spp.)
Philodendren gehören zu den beliebtesten Zimmerpflanzen und verursachen beim Hund dieselben typischen Symptome wie andere Aronstabgewächse. Starke Reizungen der Mundhöhle, Speicheln, Schluckbeschwerden und Erbrechen stehen im Vordergrund. Größere Mengen können zusätzlich Durchfall hervorrufen.
Fensterblatt (Monstera deliciosa)
Das Fensterblatt ist aus modernen Wohnungen kaum noch wegzudenken. Auch diese Pflanze enthält Calciumoxalatkristalle. Nach dem Anknabbern treten häufig Schmerzen im Maul, vermehrter Speichelfluss, Schwellungen der Schleimhäute und Erbrechen auf.
Efeutute (Epipremnum aureum)
Die Efeutute enthält ebenfalls unlösliche Calciumoxalatkristalle und weitere reizende Inhaltsstoffe. Hunde entwickeln häufig Speicheln, Maulschmerzen, Erbrechen und eine vorübergehende Futterverweigerung. Schwere Vergiftungen sind selten, die Beschwerden können jedoch mehrere Stunden anhalten.
Glücksfeder (Zamioculcas zamiifolia)
Auch die beliebte Glücksfeder gehört zu den Aronstabgewächsen. Die enthaltenen Calciumoxalatkristalle verursachen nach dem Anknabbern Schmerzen im Maul, Speicheln, Schluckbeschwerden sowie gelegentlich Erbrechen und Durchfall.
Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica)
Die Zimmerkalla enthält hohe Konzentrationen unlöslicher Calciumoxalatkristalle. Bereits das Kauen auf Blättern oder Stängeln kann zu schmerzhaften Entzündungen der Maulschleimhaut, Schwellungen, Speichelfluss und Erbrechen führen.
Birkenfeige (Ficus benjamina)
Die Birkenfeige gehört zu den häufigsten Zimmerpflanzen in deutschen Haushalten. Sie enthält reizende Proteasen sowie Furocumarine und einen milchigen Pflanzensaft. Nach der Aufnahme treten häufig Speicheln, Erbrechen, Durchfall sowie Reizungen der Schleimhäute auf. Gelangt der Milchsaft auf Haut oder Augen, kann er zusätzlich lokale Entzündungen hervorrufen.
Alpenveilchen (Cyclamen persicum)
Alpenveilchen enthalten Cyclamin, ein Triterpensaponin. Besonders die Knollen weisen hohe Konzentrationen auf. Kleinere Mengen führen meist zu Erbrechen und Durchfall. Werden größere Mengen aufgenommen, können Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und neurologische Symptome auftreten.
Palmfarn (Cycas revoluta)
Der Palmfarn zählt zu den gefährlichsten Zimmerpflanzen für Hunde. Er enthält unter anderem Cycasin und Macrozamin, die schwere Leberschäden verursachen können. Besonders giftig sind die Samen.
Bereits geringe Mengen können zu Erbrechen, blutigem Durchfall, Mattigkeit und schweren Leberschäden führen. Im weiteren Verlauf sind Gerinnungsstörungen, Gelbsucht, Krampfanfälle und neurologische Ausfälle möglich. Ohne intensive tierärztliche Behandlung endet eine Vergiftung häufig tödlich.
Amaryllis (Hippeastrum spp.)
Die Amaryllis enthält verschiedene Alkaloide, insbesondere Lycorin. Vor allem die Zwiebel weist hohe Konzentrationen auf. Nach der Aufnahme treten häufig Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und vermehrter Speichelfluss auf. Größere Mengen können zusätzlich Zittern sowie Herz-Kreislauf-Störungen hervorrufen.
Aloe vera
Bei der Aloe vera ist vor allem der gelbliche Pflanzensaft direkt unter der Blattrinde problematisch. Dieser sogenannte Latex enthält Anthrachinone wie Aloin und Emodin, die stark abführend wirken.
Knabbert ein Hund an frischen Blättern, können Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Mattigkeit auftreten.
Drachenbaum (Dracaena spp.)
Der Drachenbaum enthält steroidale Saponine, die die Schleimhäute des Verdauungstrakts reizen. Typisch sind Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Die Prognose ist in den meisten Fällen gut.
Bogenhanf (Sansevieria trifasciata, heute Dracaena trifasciata)
Der Bogenhanf enthält ebenfalls steroidale Saponine. Nach der Aufnahme entwickeln Hunde meist Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen, Durchfall und vermindertem Appetit. Schwere Vergiftungen sind selten.
Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
Der Weihnachtsstern gilt häufig als hochgiftig. Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand wird seine Giftigkeit jedoch oft überschätzt. Die Pflanze enthält einen reizenden Milchsaft, der vor allem Schleimhäute und Haut irritiert.
Nach dem Anknabbern treten meist Speicheln, leichtes Erbrechen oder Durchfall auf. Schwere Vergiftungen werden nur selten beobachtet. Dennoch sollte der Weihnachtsstern außerhalb der Reichweite von Hunden stehen.
Was tun, wenn der Hund eine giftige Pflanze gefressen hat?
Hat ein Hund an einer möglicherweise giftigen Zimmerpflanze geknabbert, sollte zunächst verhindert werden, dass er weitere Pflanzenteile aufnimmt. Pflanzenteile im Maul können vorsichtig entfernt und das Maul mit etwas Wasser ausgespült werden, sofern der Hund dies zulässt. Anschließend sollte möglichst festgestellt werden, um welche Pflanze es sich handelt. Ein Pflanzenetikett oder ein Foto kann dem Tierarzt bei der Einschätzung helfen.
Zeigt der Hund Symptome wie starkes Speicheln, wiederholtes Erbrechen, Durchfall, Zittern, Schwäche oder auffällige Verhaltensänderungen, sollte umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufgesucht werden. Bei Pflanzen wie dem Palmfarn können schwere Organschäden zeitverzögert auftreten. Deshalb sollte auch ein zunächst beschwerdefreier Hund nach der Aufnahme einer bekannten Giftpflanze tierärztlich vorgestellt werden. Das eigenständige Auslösen von Erbrechen wird ohne tierärztliche Anweisung nicht empfohlen.
Fazit
Viele der beliebtesten Zimmerpflanzen enthalten natürliche Abwehrstoffe, die Hunde nicht vertragen. Während Aronstabgewächse wie Dieffenbachie, Monstera oder Philodendron vor allem schmerzhafte Schleimhautreizungen verursachen, können Pflanzen wie Palmfarn oder Alpenveilchen deutlich schwerwiegendere Vergiftungen auslösen. Wer seinen Hund bestmöglich schützen möchte, sollte giftige Zimmerpflanzen konsequent durch unbedenkliche Alternativen ersetzen. Gerade bei Welpen und jungen Hunden lässt sich so das Risiko einer vermeidbaren Vergiftung erheblich reduzieren.
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