Snacks gehören für viele Hunde zum Alltag dazu. Sie dienen als Belohnung im Training, zur Beschäftigung oder einfach als kleine Aufmerksamkeit zwischendurch. Richtig ausgewählt können sie die Ernährung sinnvoll ergänzen, die Bindung zwischen Mensch und Hund stärken und sogar die Zahngesundheit oder Flüssigkeitsaufnahme unterstützen. Gleichzeitig gehören Snacks zu den häufigsten Ursachen einer ungewollt erhöhten Energieaufnahme und damit zu Übergewicht. Entscheidend ist deshalb nicht nur, welcher Snack angeboten wird, sondern auch wie häufig und in welcher Menge. Wissenschaftliche Empfehlungen zur Hundeernährung sowie ernährungsphysiologische Leitlinien zeigen eindeutig, dass Snacks stets Teil der gesamten Tagesration sein sollten und nicht zusätzlich „oben drauf“ gefüttert werden.
Warum die Wahl des richtigen Snacks wichtig ist
Jeder Snack liefert Energie und beeinflusst damit die tägliche Kalorienaufnahme. Bereits kleine Mengen energiereicher Leckerchen können den Energiebedarf deutlich überschreiten, insbesondere bei kleinen Hunderassen. Hunde regulieren ihre Energieaufnahme über den Tag nur begrenzt. Werden regelmäßig zusätzliche Snacks gegeben, ohne die Hauptmahlzeit anzupassen, steigt langfristig das Risiko für Übergewicht. Ein dauerhaft erhöhter Body Condition Score (BCS) gilt als wichtiger Risikofaktor für orthopädische Erkrankungen, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Belastungen und eine verkürzte Lebenserwartung.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht sollten Snacks möglichst wenig Energie liefern, gleichzeitig aber hochwertig und gut verdaulich sein. Besonders geeignet sind Lebensmittel mit einem hohen Wassergehalt oder einem hohen Anteil an hochwertigem Protein, sofern sie in angemessenen Mengen gefüttert werden.
Gemüse gehört zu den besten Snacks
Viele Gemüsesorten eignen sich hervorragend als Zwischenmahlzeit. Gurke, Zucchini oder Karotten enthalten überwiegend Wasser, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Gleichzeitig besitzen sie eine geringe Energiedichte und können dadurch das Sättigungsgefühl fördern, ohne die tägliche Energieaufnahme stark zu erhöhen. Karotten gehören zu den beliebtesten Hundesnacks. Sie liefern unter anderem Beta-Carotin als Vorstufe von Vitamin A sowie lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Gleichzeitig regen sie durch ihre feste Struktur das Kauen an. Gurken bestehen überwiegend aus Wasser und eignen sich besonders an warmen Tagen als kalorienarme Erfrischung. Zucchini werden von den meisten Hunden gut vertragen und besitzen ebenfalls eine sehr geringe Energiedichte.
Gemüse sollte grundsätzlich gründlich gewaschen werden. Bei empfindlichen Hunden kann leicht gedünstetes Gemüse besser verträglich sein als rohe Stücke.
Obst eignet sich nur in kleinen Mengen
Auch einige Obstsorten können als gelegentliche Belohnung verwendet werden. Besonders geeignet sind Apfel ohne Kerngehäuse, Heidelbeeren, Erdbeeren oder Wassermelone ohne Kerne und Schale. Diese Früchte enthalten neben Vitaminen zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Obst enthält jedoch deutlich mehr Zucker als Gemüse. Deshalb sollte es nur in kleinen Mengen Bestandteil der Ernährung sein. Für gesunde Hunde stellt dies bei gelegentlicher Gabe kein Problem dar, größere Mengen erhöhen jedoch unnötig die Energieaufnahme und können bei empfindlichen Tieren Verdauungsbeschwerden verursachen.
Trauben und Rosinen dürfen dagegen niemals verfüttert werden. Sie können bereits in kleinen Mengen akutes Nierenversagen auslösen.
Mageres Fleisch als hochwertige Belohnung
Gekochtes oder schonend gegartes Hühnerfleisch, Putenfleisch oder mageres Rindfleisch eignen sich hervorragend als Trainingssnack. Hochwertiges tierisches Protein besitzt für Hunde eine hohe biologische Wertigkeit und liefert essenzielle Aminosäuren, die für den Erhalt der Muskulatur und zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt werden. Hunde sind auf eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Protein angewiesen. Reines Muskelfleisch stellt jedoch keine vollständige Ernährung dar und ersetzt keine ausgewogene Futterration, da wichtige Mineralstoffe und Vitamine fehlen.
Für Trainingszwecke sollten Fleischstücke möglichst klein geschnitten werden. Die Belohnung erfolgt dann über die Häufigkeit und nicht über die Größe einzelner Happen.
Naturjoghurt und Hüttenkäse
Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz oder Hüttenkäse können ebenfalls sinnvolle Snacks sein. Sie liefern hochwertiges Eiweiß und Calcium. Viele Hunde vertragen fermentierte Milchprodukte besser als normale Milch, da der Lactosegehalt durch die Fermentation reduziert ist. Dennoch reagieren einzelne Hunde empfindlich auf Milchzucker. Deshalb sollten Milchprodukte zunächst nur in kleinen Mengen angeboten werden. Sie eignen sich beispielsweise auch zum Bestreichen einer Schleckmatte oder zum Befüllen eines Kong-Spielzeugs.
Kauartikel mit Bedacht auswählen
Natürliche Kauartikel können den Hund über längere Zeit beschäftigen und das Kaubedürfnis befriedigen. Gleichzeitig enthalten viele Produkte jedoch erhebliche Mengen Energie. Besonders getrocknete Rinderkopfhaut, Ochsenziemer oder Schweineohren besitzen einen hohen Fett- und Energiegehalt. Sie sollten daher nicht täglich und nur in kleinen Mengen verfüttert werden. Bei Kauartikeln besteht zudem grundsätzlich das Risiko des Verschluckens größerer Stücke oder von Zahnverletzungen bei sehr harten Produkten. Der Hund sollte deshalb während des Kauens immer beaufsichtigt werden. Kauartikel sollten zudem nicht auf nüchternen Magen oder abends gegeben werden, da sie die Magensaftproduktion anregen und zu Sodbrennen führen können.
Wie viele Snacks sind sinnvoll?
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sollten Snacks höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energieaufnahme liefern. Der überwiegende Teil der Energie sollte weiterhin aus einem ausgewogenen Alleinfuttermittel stammen. Wird regelmäßig mit Leckerchen trainiert, sollte die Hauptmahlzeit entsprechend reduziert werden. Besonders kleine Hunde erreichen diese Grenze sehr schnell. Bereits wenige energiereiche Leckerchen können einen erheblichen Anteil ihres Tagesbedarfs ausmachen. Größere Hunde vertragen mengenmäßig zwar etwas mehr, profitieren aber ebenso von kalorienarmen Alternativen wie Gemüse. Ein praktischer Ansatz besteht darin, einen Teil der täglichen Futterration als Trainingsbelohnung zu verwenden. Dadurch bleibt die Energieaufnahme konstant und zusätzliche Kalorien werden vermieden.
Was Hundebesitzer vermeiden sollten
Problematisch sind stark gewürzte Lebensmittel, Essensreste vom Tisch sowie Snacks mit hohem Zucker- oder Salzgehalt. Ebenso ungeeignet sind Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Xylit, Macadamianüsse sowie Trauben und Rosinen, da diese gesundheitsschädlich oder sogar lebensbedrohlich sein können. Auch sehr fettreiche Snacks sollten nur selten gegeben werden. Große Fettmengen können insbesondere bei empfindlichen Hunden Verdauungsstörungen hervorrufen und gelten als Risikofaktor für eine akute Pankreatitis bei entsprechend veranlagten Tieren. Neue Snacks sollten grundsätzlich langsam eingeführt werden. So lässt sich beobachten, ob der Hund sie gut verträgt oder ob Durchfall, Erbrechen oder andere Verdauungsprobleme auftreten.
Fazit
Gesunde Snacks können die Ernährung des Hundes sinnvoll ergänzen, sofern sie bewusst ausgewählt und in die tägliche Futtermenge eingerechnet werden. Besonders empfehlenswert sind wasserreiches Gemüse, kleine Mengen geeigneter Obstsorten, mageres gegartes Fleisch sowie naturbelassene Milchprodukte bei guter Verträglichkeit. Weniger geeignet sind energiereiche Kauartikel, stark verarbeitete Leckerchen und Lebensmittel mit viel Fett, Zucker oder Salz. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Snacks, sondern ihre Qualität und ihr Anteil an der täglichen Energieaufnahme. Werden Snacks gezielt eingesetzt und an den individuellen Bedarf des Hundes angepasst, können sie Training, Beschäftigung und Alltag sinnvoll unterstützen.
