Leckerchen für Hunde – worauf man achten sollte

Leckerchen gehören für viele Hunde zum Alltag. Sie belohnen erwünschtes Verhalten, sorgen für Beschäftigung oder stärken die Motivation beim Training. Gleichzeitig tragen sie aber auch zur täglichen Nährstoff- und Energieaufnahme bei. Deshalb lohnt es sich, Hundesnacks genauso kritisch auszuwählen wie das eigentliche Hauptfutter. Während hochwertige Leckerchen eine sinnvolle Ergänzung der Ernährung sein können, enthalten manche Produkte unnötige Zusätze, minderwertige Rohstoffe oder einen überraschend hohen Fett- und Energiegehalt. Wer die Zutatenliste richtig liest und einige grundlegende Kriterien kennt, kann gute Hundeleckerchen leicht erkennen.

Gute Leckerchen bestehen aus hochwertigen Rohstoffen

Die Qualität eines Leckerchens beginnt bei seinen Zutaten. Hochwertige Snacks bestehen meist aus wenigen, klar deklarierten Bestandteilen. Besonders empfehlenswert sind Produkte, deren Hauptbestandteil eine hochwertige tierische Proteinquelle ist, beispielsweise Muskelfleisch oder Innereien wie Herz oder Lunge. Diese liefern gut verdauliches Eiweiß und entsprechen der natürlichen Ernährungsweise des Hundes deutlich besser als stark verarbeitete Snacks mit zahlreichen Zusatzstoffen.

Eine kurze Zutatenliste ist dabei häufig ein gutes Zeichen. Je weniger verarbeitet ein Leckerchen ist, desto einfacher lässt sich seine Qualität beurteilen. Getrocknetes Fleisch oder schonend luftgetrocknete Innereien enthalten oft nur eine einzige Zutat und sind deshalb besonders transparent.



Nicht jeder hohe Fleischanteil bedeutet automatisch gute Qualität

Viele Hersteller werben mit einem besonders hohen Fleischanteil. Dieser Wert allein sagt jedoch wenig über die tatsächliche Qualität aus. Entscheidend ist, welche tierischen Bestandteile verarbeitet wurden und wie hochwertig diese sind.

Ein Snack aus hochwertigem Muskelfleisch oder nährstoffreichen Innereien ist ernährungsphysiologisch meist sinnvoller als ein Produkt mit einem hohen Anteil wenig definierter tierischer Nebenerzeugnisse. Seriöse Hersteller geben deshalb möglichst genau an, welche Rohstoffe enthalten sind.

Auch der Verarbeitungsgrad spielt eine Rolle. Stark verarbeitete Hundekekse oder geformte Snacks verlieren häufig ihren ursprünglichen Charakter als Lebensmittel und enthalten zusätzliche Bindemittel, Stärke oder andere Zutaten, die für den Hund keinen wesentlichen ernährungsphysiologischen Nutzen bieten.

Zucker gehört nicht in Hundeleckerchen

Auch Zucker findet sich noch immer in einigen Hundesnacks. Für Hunde besteht jedoch kein Bedarf an zugesetztem Zucker. Er verbessert weder die Nährstoffversorgung noch die Gesundheit.

Darüber hinaus erhöhen zuckerhaltige Leckerchen unnötig die Energiedichte. Werden sie regelmäßig gefüttert, können sie langfristig eine Gewichtszunahme begünstigen. Zuckerhaltige Produkte können außerdem die Bildung von Zahnbelag fördern.

Zusatzstoffe sind nicht grundsätzlich schlecht

Zusatzstoffe genießen häufig einen schlechten Ruf. Tatsächlich muss jedoch zwischen technologisch sinnvollen und unnötigen Zusätzen unterschieden werden.

Antioxidationsmittel oder Konservierungsstoffe können beispielsweise notwendig sein, um fettreiche Produkte vor dem Verderb zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Auch zugesetzte Vitamine oder Spurenelemente können bei bestimmten Ergänzungsfuttermitteln sinnvoll sein.

Weniger sinnvoll sind dagegen künstliche Farb- oder Aromastoffe. Hunde entscheiden sich überwiegend anhand ihres Geruchssinns für ein Futter. Die Farbe eines Leckerchens spielt für sie praktisch keine Rolle. Farbzusätze richten sich daher in erster Linie an das Kaufverhalten von uns Menschen und sind dem Hund gänzlich egal.

Naturkauartikel können sinnvoll sein

Kauen gehört zum natürlichen Verhalten des Hundes. Es dient nicht nur der Beschäftigung, sondern kann auch helfen, Stress abzubauen und das Kaubedürfnis zu befriedigen.

Geeignete Naturkauartikel sind beispielsweise Rinderkopfhaut, Ochsenziemer, Kaninchenohren mit Fell oder schonend getrocknete Sehnen. Sie beschäftigen viele Hunde über längere Zeit und enthalten meist nur eine einzige Zutat.

Trotzdem sind auch Naturkauartikel nicht völlig risikofrei. Sehr harte Kauartikel wie Geweihe oder extrem harte Knochen können zu Zahnfrakturen führen. Gegarte Knochen sollten grundsätzlich nicht verfüttert werden, da sie splittern und Verletzungen im Maul oder Verdauungstrakt verursachen können. Unabhängig vom Kauartikel sollte ein Hund deshalb möglichst nie unbeaufsichtigt dabei sein. Auf nüchternen Magen oder abends sollte man auf Kauartikel verzichen, da das Kauen die Magensäureproduktion anregt und es so zu Sodbrennen kommen kann.

Obst und Gemüse eignen sich im Alltag als Belohnung

Nicht jedes Leckerchen muss tierischen Ursprungs sein. Viele Hunde fressen gerne kleine Stücke Möhre, Gurke, Zucchini oder Kürbis. Auch Blaubeeren, Erdbeeren, Äpfel oder Birnen können, ohne Kerngehäuse, in kleinen Mengen eine geeignete Belohnung sein. Wenn der Hund sie mag.

Diese Lebensmittel liefern Ballaststoffe und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, enthalten jedoch deutlich weniger Energie als viele klassische Hundesnacks. Sie eignen sich deshalb besonders für Hunde, die leicht an Gewicht zunehmen oder häufig belohnt werden.

Nicht geeignet sind dagegen Weintrauben oder Rosinen. Beide können bereits in kleinen Mengen ein akutes Nierenversagen auslösen.

Finger weg von menschlichen Snacks

Viele Hunde betteln erfolgreich am Esstisch. Trotzdem sollten menschliche Snacks niemals als Leckerchen dienen. Chips, Pommes, Chicken Nuggets oder andere stark gewürzte Speisen enthalten meist zu viel Fett, Zucker oder Salz und sind für Hunde ungeeignet. Auch wenn Hunde diese Lebensmittel häufig gerne fressen, macht sie das nicht gesund.

Die Größe des Leckerchens ist wichtiger als viele glauben

Gerade beim Training spielt die Größe der Belohnung eine entscheidende Rolle. Kleine, weiche Trainingsleckerchen lassen sich schnell aufnehmen, sodass der Hund seine Aufmerksamkeit nicht lange vom Training abwendet.

Für den Lernerfolg ist nicht die Größe der Belohnung entscheidend, sondern ihr richtiger Einsatz. Viele kleine Belohnungen sind im Training häufig effektiver als wenige große Snacks. Besonders gut eignen sich deshalb speziell dafür entwickelte weiche Trainingssnacks mit einer übersichtlichen Zusammensetzung.

Qualität erkennt man an Transparenz

Ein Hersteller hochwertiger Snacks macht nachvollziehbare Angaben zu seinen Zutaten. Verbraucher sollten erkennen können, welche Fleischarten verarbeitet wurden und wie hoch deren Anteil tatsächlich ist. Unklare Sammelbegriffe oder sehr allgemeine Deklarationen erschweren dagegen die Beurteilung der Qualität.

Auch die Verarbeitung kann Hinweise auf die Produktqualität geben. Schonend getrocknete oder luftgetrocknete Leckerchen behalten viele ihrer natürlichen Eigenschaften und benötigen häufig deutlich weniger Zusatzstoffe als stark verarbeitete Snacks.



Fazit

Gute Leckerchen für Hunde müssen weder besonders teuer noch besonders außergewöhnlich sein. Entscheidend sind hochwertige Rohstoffe, eine transparente Deklaration und eine möglichst einfache Zusammensetzung. Besonders empfehlenswert sind naturbelassene Einzelfuttermittel wie getrocknetes Fleisch oder hochwertige Naturkauartikel sowie geeignete Obst- und Gemüsesorten als kleine Belohnung zwischendurch.

Weniger empfehlenswert sind stark verarbeitete Snacks mit Zucker, unnötigen Farb- oder Aromastoffen sowie unklar deklarierter Zusammensetzung. Wer die Zutatenliste genauer unter die Lupe nimmt, findet problemlos Leckerchen, die dem Hund schmecken und die Verdauung nicht unnötig belasten.